Technische Ermittlungsgruppe Umwelt (TEGU) 

 


Im Rahmen der Polizeireform wurde bei der Polizeidirektion Osnabrück eine Technische Ermittlungsgruppe Umwelt (TEGU) eingerichtet. Diese hat ihren Sitz bei der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim und besteht aus Mitarbeitern der Inspektionen Emsland/ Grafschaft Bentheim und Osnabrück. 
Zu den Aufgaben der TEGU zählen die Tatortaufnahme und Beweissicherung bei Umweltverstößen und bei Gefahrgutunfällen. Außerdem unterstützen sie bei größeren Schadenslagen oder bei Katastrophenfällen die eingesetzten Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und Technisches Hilfswerk und führen Schadstoffmessungen durch. 


Die Mitarbeiter der TEGU der Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim mit dem Spezialfahrzeug.

Die TEGU wird von Polizeihauptkommissar Herbert Greiten von der Polizeiinspektion in Lingen geleitet und besteht hauptsächlich aus Polizeibeamten der Verfügungseinheit, die im Polizeikommissariat Nordhorn untergebracht ist. Im täglichen Dienstbetrieb ist die Verfügungseinheit zur spezialisierten Verkehrsüberwachung des Schwerlastverkehrs eingesetzt.

Die TEGU ist mit einem Mercedes Sprinter ausgerüstet, in dem sich die spezielle Ausrüstung befindet. Neben geschlossenen ABC-Schutzanzügen sind Messgeräte zur Prüfung der Wasserqualität und der Schadstoffkonzentration in der Luft vorhanden. Ein Explosionswarngerät, eine digitale Gasspürpumpe sowie ein Strahlenschutzkoffer ergänzen die Ausstattung. Weiterhin stehen Behältnisse und Einrichtungen zur Probenentnahme und Sicherung in Gewässern und im Erdreich zur Verfügung. Außerdem ist das Einsatzfahrzeug mit modernen Kommunikationsmitteln wie Mobilfax, Kopierer, Handy, Funkgeräten und einem Drucker ausgestattet.

Die eingesetzten Polizeibeamten der TEGU verfügen über ein spezielles Fachwissen im Umweltrecht, insbesondere im Bereich Abfall, Gefahrgut und Gefahrstoffe. Sie haben eine spezielle Ausbildung zum Atemschutzträger und müssen sich regelmäßig arbeitsmedizinischen Untersuchungen unterziehen.

Seit Einrichtung der speziellen Einheit sind die Beamten schon in vielen Fällen zu Einsätzen gerufen worden. Hier einige Beispiele ihrer bisherigen Arbeit:

6. Oktober 2004













Auf der Autobahn A 30 am Grenzübergang Bad Bentheim liefen aus Fässern, die auf einem irischen Lkw geladen waren, eine giftige und hochentzündliche Flüssigkeit aus. Die Fässer mussten einzeln geborgen und in spezielle Behälter umgeladen werden. Die Kosten für den Gesamteinsatz belaufen sich auf über 60 000 Euro.


12. Januar 2005











Auf der Autobahn A 31 im Bereich Haren verunglückt ein Gas-Tanklastzug, der mit 20 Tonnen hochentzündlichem und giftigen Ethylenoxidgas beladen war, und blockiert die gesamte Fahrbahn. Das Gas ist hochexplosiv und hat einen Flammpunkt von minus 57 Grad Celsius. Der Lkw konnte schließlich aufgerichtet werden, die Autobahn war aufgrund der Gefahrenlage in beide Richtungen für über zwölf Stunden gesperrt. 

   
14. Januar 2005
In Emlichheim werden auf dem Gelände einer Stärkefabrik neun Mitarbeiter durch ausströmendes Phosphoroxidchlorid aus einem geplatzten Schlauch verletzt, zwei Mitarbeiter ziehen sich schwere Verletzungen zu. Die Technische Ermittlungsgruppe war in diesem Falle für die Unfallaufnahme und die Tatortsicherung zuständig.


27. April 2005
In Bad Bentheim wird ein mit Gefahrgütern beladener Abfalltransporter von der Polizei kontrolliert. Auf dem Seecontainer waren leicht entzündliche Industrieabfälle aus Irland geladen, die zu einer deutschen Müllverbrennungsanlage transportiert werden sollten. Da über die Hälfte der etwa 200 Fässer erhebliche Beschädigungen aufweisen wurde die Weiterfahrt untersagt und das Fahrzeug stillgelegt. Erst nach einer Umverpackung von 80 Fässern in Spezialbehälter konnten diese mit einem speziellen Entsorgungsfahrzeug weitertransportiert werden. In diesem Falle wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 4 500 Euro für das zu erwartende Verfahren einbehalten.