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Presseinformation Datum 28.04.04 Nummer 38-04
Osterholz (dk). Seit Mittwochmorgen, 7. April, wird in St. Brevin les Pins
nahe St. Nazaire an der französischen Atlantikküste der 11-jährige Schüler
Jonathan aus einem Schullandheim vermisst. Jonathan verschwand bei widrigen
Witterungsverhältnissen nur mit einem Schlafanzug bekleidet. Eine intensive
Suche und umfangreiche Ermittlungen nach Jonathan verliefen bislang ohne Erfolg.
Es gibt keine Erklärung für das Verschwinden von Jonathan und keine Hinweise
auf seinen Verbleib.
Auch der 9-jährige Schüler Dennis Klein verschwand in der Nacht zum
5. September 2001 spurlos im Schlafanzug aus dem Schullandheim in Wulsbüttel
nahe Osterholz. Dennis wurde am 19. September in einem Gebüsch an einem
Seitenweg nahe Kirchtimke ermordet aufgefunden. Die Sonderkommission "Dennis"
ermittelte, dass ein Tatzusammenhang mit insgesamt 4o Missbrauchsdelikten
an kleinen Jungen, davon drei weitere Morde an Stefan Jahr (1992),
Dennis Rostel (1995) und Nicky Verstappen (1998), bestehen könnte.
Die Taten fanden zu einem großen Teil in Bremen, der Region östlich von
Bremen und nahe Schleswig statt.
- Soko "Dennis" sieht Parallelen -
Nach dem die Ermittler der Soko "Dennis", Deutschland, und der
Soko "Disparition 44", Frankreich, seit letztem Donnerstag intensiv ihre
Ermittlungsergebnisse ausgetauscht haben, schließt die Soko "Dennis"
Parallelen des Verschwindens von Jonathan mit den eigenen Ermittlungen
nicht aus. Auch wenn der Verdacht zurzeit noch sehr vage ist, wollen die
Ermittler bereits zu diesem frühen Zeitpunkt alle Hinweise aus der
Bevölkerung gewinnen, die den Ermittlungen der Soko nützen könnten.
Dazu wird die Soko "Dennis" eng mit der Soko "Disparition 44" zusammenarbeiten.
Unterstützt wird die Zusammenarbeit von der Verbindungsstelle des
Bundeskriminalamtes in Paris.
- Beschreibung des Täters -
Die Soko "Dennis" geht bei dem Serientäter von einem auffallend
großen (1,80 - 2,00 Meter) männlichen Einzeltäter im Alter
von 28 - 35 Jahren, möglicherweise auch älter, aus. Der Mann sprach
hochdeutsch ohne Akzent mit den Kindern. Zu den Taten war er dunkel
gekleidet und maskiert. Die Ermittler glauben, dass der Unbekannte einen
grundsätzlichen Bezug zur Region hat und ortssicher vorgeht. Er dürfte
mobil sein und über ein Fahrzeug verfügen. Es spricht viel dafür, dass er
allein lebt, aber Erfahrung im Umgang mit Kindern hat. Die Sonderkommission
geht fest davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen Päderasten handelt.
- Fragen der Sonderkommission -
Die Sonderkommission Dennis bittet die Bevölkerung um Hinweise zu folgenden Fragen:
Wer hat als Urlauber kurz vor Ostern an der französischen Atlantikküste Verdächtiges
festgestellt?
Wer kennt Reisende, die der Täterbeschreibung und dem -profil entsprechen,
die kurz vor Ostern an der französischen Atlantikküste waren?
Hinweise nehmen die Hinweisannahme der Sonderkommission Dennis in Cuxhaven unter der
Telefonnummer 04721 - 573 319
oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
- Belohnung immer noch aktuell -
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tötungsdelikte an Dennis Klein bzw. Stefan Jahr
führen, hat die Bezirksregierung Lüneburg eine Belohnung in Höhe von
jeweils 10 000 Euro ausgesetzt.
Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des
Rechtsweges durch die Bezirksregierung Lüneburg entschieden. Amtsträger, zu
deren Berufspflicht die Verfolgung von Straftaten gehört, kommen nicht in Betracht.
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordfalles Dennis Rostel führen, ist eine
Belohnung von rund 2500 Euro ausgelobt.
- Internetseite informiert über den Fall -
Für Rückfragen: PHK Detlev Kaldinski,
Tel. 04261 - 947 141 oder 0170 - 3043063
Weitere Informationen über den Fall können jederzeit auf der Internetseite der Soko "Dennis" unter
www.polizei.niedersachsen.de/dennis
erlangt werden.
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